Samstag, 18. April 2015

der Gargano mit Castel del Monte

Der Gargano... 
..... ist sozusagen der Sporn am Stiefel Italiens. Er besteht aus einem Kalksteinmassiv mit Höhen bis 1000 m und wird von vielen schönen Stränden umsäumt. 
Hier findet man auch noch die Reste des ursprünglich üppigen apulischen Urwaldes. 
In diesem  schon von Horaz beschriebenem "Foresta Umbra" hatte Friedrich II. sein bevorzugtes Jagdrevier.
1991 wurde das gesamte Gargano- Gebiet zum Nationalpark erklärt hat.

Wir starten unsere Rundreise über den Gargano in Vieste.

Gestern, bei Ankunft im Hotel gab es ein riesiges Tohuwabohu. 2 Busse... 100 Leute... chaotisches Einchecken... Abendessen zieht sich mit 5 Gängen hin bis weit nach 22 Uhr hin... Ich streike nach Gang 2 ...
Einschlafen kann ich aber lange nicht, muss trotzdem früh raus...

Da ist es natürlich schön, am Morgen so einen Blick aus dem Fenster zu haben!


Vieste liegt genau in der Mitte am Ende des Stiefelsporns und hat lange - noch leere- Sandstrände zu bieten,


... außerdem eine Fischkutterflotte und das drittwichtigste Leuchtfeuer Italiens.
In der Altstadt steht ein Staufer- Castello, es kann wie Vieles auf der Reise nicht besichtigt werden, da es restauriert wird. Aber  viele verwunschene Gassen kann man mit offenen Augen durchstreifen, besser erklettern..... Zur Belohnung gibt es wunderbare Ausblicke gratis.









Später müssen wir die ganzen Serpentinen wieder durchfahren, die wir von gestern schon kennen.
Die Aussicht auf die felsige Küste, die Olivenbäume an den Hängen, die Steinmauern, die Kiefernwälder und auf die vielen, leider total abgeholzten Hänge sind nicht weniger spektakulär.

Wir biegen wieder einmal ab und erreichen Monte Sant Angelo.
Noch sind nur relativ wenige Touristen unterwegs. 
In diesem Wallfahrtsort dreht sich alles um den Erzengel Michael, der hier seit seiner Erscheinung im Jahr 493 für regen Zulauf sorgt und seitdem die Kirchen- und sonstige Kassen klingeln lässt.





Eine Grottenkirche mit seinem Marmorstandbild ist Mittelpunkt der Verehrung, sie setzt sich aus Bauteilen des 11. bis 14. Jahrhunderts zusammen.
Eine große Burg wird renoviert...



In der Altstadt stehen die weiß gekalkten Häuschen eng aneinander gekauert. Die alten gebrannten Dachziegel sind mit Steinen beschwert.


Jetzt geht es bergab nach Manfredonia. 


Es hat eine Altstadt mit einem mächtiges Staufer- Kastell aus dem 13. Jahrhundert, das heute ein Museum beherbergen soll.... wird gerade umgebaut und renoviert...



Dort sollen sich sehr sehenswerte Daunischen Steinstelen befinden,  quaderartige Steinblöcke mit kleinem Keil am Kopfende und eingeritzten Armen, die in Bauchhöhe verschränkt werden. Sie stammen aus dem 7.- 6. Jhdt. v. Chr. und geben Hinweise auf Alltagsleben, Krieg und Jagd.



Vom Volk der Daunier hatte ich bislang auch nie gehört, dabei gilt es doch als kulturell hochstehendes, aber schriftloses Volk, bestehend aus Illyriern, die über die Adria im 11. - 10. Jhdt. v.C.  nach Apulien kamen und sich im Bereich der Provinz Foggia..... damals Daunien.... insbesondere im Garganogebiet, ausbreiteten. Berühmt sind u.a. ihre geometrischen Keramiken. Ihre Gräber wurden wesentlich prunkvoller gestaltet und mit wertvollen Beigaben gefüllt als die Wohnbereiche für die Lebenden.

Die Altstadt ist nett, wirkt aber bei trübem 
Wetter und fast nur geschlossen Geschäften nicht sehr lebendig.


Selbst der liebe Gott hat in seinem -von außen- schönen Dom die Tür zugesperrt und keine Sprechstunde...


Nächstes und letztes Ziel auf der Halbinsel ist Castel Del Monte.
Auch hier herrscht wieder italienisches Chaos...
Für 12 Reisebusse gibt es nur EINEN Shuttlebus zum Castel. Reih und Glied war nicht angesagt, dafür aber Hauen und Stechen....
Der Weg durch den Wald sei zu Fuß zu weit, heißt es....noben traf ich Leute, die meinten es ein schöner Spaziergang von 15 Minuten....
Die Sonne strahlt das Castel an, besser könnte es nicht sein. 


Es ist schon gewaltig, was da vor 2000 Jahren auf den Hügel gestellt wurde, und der Bau ist einmalig. 


Sehr gut sieht man, dass hier einer der diversen Kamine stand.





Wegen des Shuttlechaos hatten wir ausnahmsweise reichlich Zeit auf der Anhöhe (540m) bei der "steinernen Krone" Apuliens.
 Zu  Lebzeiten des Kaisers Friedrich II war die Gegend noch dicht bewaldet und es heißt, dass hier auch eines seiner liebsten Jagdreviere lag. Davon ist nichts übrig, aber immerhin diese imposante Burg.
Die Zahl 8 dürfte sich hier richtig austoben... achteckiger Bau mit 8 achteckigen Türmen, einem achteckigen Innenhof und 2 Etagen mit je 8 gleichgroßen Sälen.... bestimmt gibt es noch ein paar versteckte 8- er...
Die Bedeutung dieser oktogonalen Form ist nicht eindeutig, und so bleibt noch viel Spielraum für Phantasie und Spekulation.
Die Innenausstattung des Repräsentationsbaus soll - entsprechend dem Lebensstil des Kaisers - sehr luxuriös gewesen sein. Über die Jahrhunderte hinweg ist davon aber nicht viel übrig geblieben.
Nach dem Tod von Friedrichs  Sohn Manfred soll das Castel ewiges Gefängnis seiner beiden Enkelsöhne, der Söhne seines Sohnes Manfred, gewesen sein, eingesperrt von Karl II.

Danach machen wir uns auf den Weg zum Hotel in San Isidro , das sind nur 260 km.... 
Ankunft um 21 Uhr....

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