Dienstag, 21. April 2015

Matera.....

3 Stunden geht es mit dem Bus durch erst leicht hügelige, dann flache Landschaft. 
Es gibt viele Windräder, aber noch mehr große Solaranlagen auf ehemaligen Feldern.
Olivenbäume begleiten uns fast durchgehend. Schöne Fenchelblüten stehen endlich einmal in der Nähe eines Rastplatzes.


Ein Highlight erwartet uns: Matera


Matera liegt in der Provinz Tarent, der zweitkleinsten Provinz, die berühmt ist für ihre Schluchtenstädte, insbesondere die MATERA- Höhlenwohnungen der Sassi.
eine andere Höhlenstadt ist Massafra. Dort findet man gigantische Höhlenareale mit freskenverzierten Grottenkirchen aus frühchristlicher Zeit.

Matera ist eine der ältesten bewohnten Siedlungen der Welt, die wir kennen. Nur Jericho und Aleppo sind älter.
Am Stadtrand liegen in einer tiefen, breiten Schlucht  die Sassi. Das sind die Höhlenwohnungen, die hier eine ganze Stadt ausmachen. 



Vor lauter Häusergewusele erkennt man anfangs gar keine Einzelheiten.



Auf einem Felsvorsprung thront der Dom Materas und trennt die beiden Sassi-Viertel Sasso Caveoso und Sasso Barisano.
Die Wohnungen sind in den Sandstein hineingegraben oder frühere auch durch Erosion entstanden. Davor wurden dann Hausteilstücke gebaut, sodass man eher den Eindruck hat, man schaut auf Häuser und nicht auf Höhlenwohnungen.
Die Sassi... der Sasso.....
Bereits von 4000 Jahre vor Christi wurden Siedlungsreste gefunden.
Noch in den 50/er Jahren lebten hier fast 20.000 Menschen, aber in sehr ärmlichen Verhältnissen. Sie hatten keine Kanalisation, kein fließendes Wasser und lebten mit ihren Tieren in einem Raum.
Regenwasser wurde auf den Dächern aufgefangen und durch Tonröhren in Sammelbecken geleitet.
Eine ehemalige Wohnung kann besichtigt werden. So fein, wie sie herausgeputzt ist, war sie früher sicher nicht.




Zwischen 1950 und 1960 wurden die Einwohner zwangsweise umgesiedelt, versuchten oft, zurück zu kehren.
Jetzt ist wieder mehr Leben in der Stadt.
Seit 1992 ist Matera Weltkulturerbe, was auch nicht immer einfach ist. Die Vorschriften zur Renovierung sind streng, die Kosten hoch und der Staat übernimmt nur einen Teil, sodass vorwiegend reiche Leute sich dort eine Unterkunft leisten können.



Wir haben auch eine der ehemals vielen Kirchen besichtigt, die Felsenkirche Santa Lucia Alle Malve.
Sie wurde wohl im 9. Jhdt. In den Felsen gegraben und von Benediktinerinnen als Kloster genutzt. Ein paar wenige Fresken sind noch erhalten und lassen die verschiedenen kulturellen Einflüsse erkennen.
Zwar darf nicht fotografiert werden.... was oft ignoriert wird..... die durch zunehmende Schimmelbildung entstehende Gefahr ist damit aber nicht gebannt....
Übrigens liegt Matera nicht in der Region Apulien, sondern ganz in der Nähe, in der Nachbarregion Basilikata.

Wir haben eine Stadtführung von über einer Stunde. Die restliche Freizeit hatte ich schon verplant.... Die Kathedrale wollte ich mir eigentlich ansehen und noch viel, viel mehr....
Letzter Blick kurz vor 15 Uhr....



Aber es kam mal wieder anders. Die Suche nach einem offenen Restaurant brauchte Zeit, Wifi sollte auch vorhanden sein.... Nach dem 2. Cappuccino war dann auch schon die Zeit gekommen, zum Bus zu gehen.... 



Schade, denn in diesem faszinierenden Gewusele von Gassen, Treppen und Häusern hätte man.... wie so oft..... mehr Zeit gebraucht.



Aber wir haben ja noch 3 Stunden Fahrtzeit vor uns....
Zum Abschied dürfen wir noch einen Blick von der gegenüberliegenden Seite auf die Stadt werfen.




Immerhin reicht die Zeit heute, zum ersten Mal den Strand beim Hotel anzusehen und ein bisschen spazieren zu gehen. 40 Minuten habe ich die Meerluft und den beginnenden Sonnenuntergang genossen. 











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